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Krise und Chance auf Chinesisch

23.10.08 | von Andreas [mail] | Kategorien: Welcome

Link: http://pm-blog.com/2008/06/16/risiken_chance/

In dem von mir sehr geschätzten PM-Blog zitiert Stefan Hagen:

“Wir sollten von den Chinesen lernen - die haben das gleiche Schriftzeichen für Krise und Chance.”

Diese Aussage findet sich oft und in verschiedenen Varianten, aber in wie weit stimmt dies wirklich?

Das chinesische Wort für Krise ist  危机 ( Weiji) und besteht, wie die meisten chinesischen Hauptwörter, aus zwei Schriftzeichen:

  • 危: Wei trägt die Bedeutung "Gefahr"
  • 机: bedeutet hier "wichtiger Zeitpunkt", kann in anderem Kontext aber auch "Chance" bedeuten

Im Gegensatz dazu ist das Wort für Chance 机会 ( Jihui).

Die Chinesen benutzen also nicht das gleiche Zeichen "危" für Gefahr/Krise  und Chance. Im Chinesischen gibt es hierfür zwei verschiedene Wörter ( 危机 und 机会 ), in denen das gleiche Schriftzeichen ( 机 ) als Bestandteil vorkommt.

机 ist ein Zeichen, das verschiedene Bedeutungen trägt (z.B. Maschine, Chance), aber hier wohl am besten mit "wichtiger Zeitpunkt" zu verstehen ist.

Die Schlüsse im PM-Blog in Bezug aufs Projektmanagement sind hiervon natürlich unberührt.

Update:

In http://xiucai.oai.de/XiuCai/XiuCaiNo36.pdf  findet sich noch der Hinweis, dass die angebliche chinesische Weisheit gar nicht von den Chinesen stammt, sondern dass die Zeichenkombination  危机 eine japanische Neuschöpfung ist, die dann von Japan aus wieder in das moderne Chinesisch zurückfloss.

 

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2 Kommentare

Kommentar from: Stefan [Besucher] · http://pm-blog.com
Danke für die Aufklärung!
23.10.08 @ 23:09
Kommentar from: martin lindner [Besucher]
danke! das hab ich mir gleich gedacht. es erinnerte ja von vornherein wie die bekannte pseudo-irokesische weisheit über geld dass man nicht essen kann.

was es gibt: das wort "krisis" im griechischen drama (wendepunkt, aber da gehts dann für den protagonisten eher bergab, nur das publikum wird durch das erlebnis "gereinigt") bzw. der begriff "krise" in der medizin (bei infektionskrankheiten). dass der bedeutet: "wendepunkt, an dem entweder tod folgt oder wiedergeburt zu neuem leben" war um 1900 sehr beliebt, auch bei literaten wie Thomas Mann, journalisten und auch ökonomen.
11.03.09 @ 16:04

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